Béla Löwenherz..
..zeigt Euch seine Welt
Bélas Meilensteine
Förderung und Entwicklung
Down-Syndrom
Ethik ( Pränataldiagnostik&Co )
Gesundheit und Medizin
Welt An-Schauung
Öffentlichkeitsarbeit
Persönliches
Das Schwere
Politik & Co.
Rückblicke
Lesen!! Bücher, Texte, Gedichte
Besondere Menschen
Bilder
Februar, 2008
April, 2008
Mai, 2008
Juni, 2008
Juli, 2008
August, 2008
September, 2008
Oktober, 2008
November, 2008
Dezember, 2008
Januar, 2009
Februar, 2009
März, 2009
April, 2009
Mai, 2009
Juni, 2009
Juli, 2009
August, 2009
September, 2009
Oktober, 2009
November, 2009
Dezember, 2009
Januar, 2010
Februar, 2010
März, 2010
April, 2010
Juni, 2010
August, 2010
Februar, 2011
März, 2011
Blog
Vorarbeit für den WDST 2011
02.03.2011 22:01:59

Ab morgen werden wir in die Ferien fahren und quasi bis gestern war ich seit
sechs Monaten in erster Linie gefangen von all dem, was wir mit Valentina
erleben durften. Dafür bin ich heute dann kurzzeitig durchgestartet:-)
Am Welt Down Syndrom Tag werden wir leider dieses Jahr nicht da sein,
so dass wir nicht nach Velbert fahren können, was wir so gern getan hätten.
Dafür durfte ich aber heute mit einer sehr netten Redakteurin von Radio Horeb
eine Sendung zum WDST aufnehmen. Wir haben fast zweieinhalb Stunden
telefoniert und auch wenn ich sehr aufgeregt war, so hat es doch auch grosse
Freude gemacht...
Also, hier der der ultimative Programmtip für den 21. März:


Ich hoffe, es ist irgendwie gelungen und es wird vielen Menschen das Herz
öffnen oder Ängste nehmen. Wenn es nur einer wäre... wärs auch schon schön.

Ausserdem habe ich eben doch noch schnell ein Foto verschickt für die
Posteraktion des Downsyndrom-Infocenters. Vielleicht kriegen wir es auch aus
der Ferne hin, dass hier und da eins hängt.
Das Foto jedenfalls ist so bunt und fröhlich! Ich finde es passt perfekt zum
diesjährigen Motto: "Ich steh auf Vielfalt! -Und Du?"
Danke an Anke Peters, die es bei einer Aktion im Kindergarten gemacht hat:

Valentina
28.02.2011 19:24:45







Nun war hier auf Bélas Seite seit einem halben Jahr Stille.


Das hatte seinen Grund in Valentina.
Wenn Béla uns gelehrt hat, das Leben aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen,
dann hat Valentinchen dem noch einges hinzugefügt.




Sie hat uns auf eine grosse Reise geschickt,
die am Ende doch immer wieder im wesentlichen
die Reise zu uns selbst gewesen ist. Und sie ist noch nicht zu Ende.

Hier wird sie auch noch ihren Platz finden mit ihrer Geschichte...
wenn die Zeit dazu gekommen ist.

Hilfe für Adrien
29.08.2010 20:10:31

Da ich gerade gar keine Zeit habe, kopiere ich hier nur schnell eine mail, die mich eben erreicht hat.
Adriens Mutter Conny hat das Herzkinderforum gegründet, das auch uns damals eine große Hilfe und eine wichtige ANlaufstelle war. WIr haben Glück und müssen uns wenigstens zur Zeit keine Sorgen mehr um Bélas Herzchen machen, aber das ist eine Ausnahme.
Ich weiß also, dass Adrien "echt" ist und sicher auch "echt" in Not.
Wenn Ihr könnt, dann schaut doch mal... und gebt was!


Hallo liebe User,


aufgrund Adriens besorgniserregendem Zustand und der Tatsache dass ich am Verzweifeln bin, haben wir ein soziales Hilfeprojekt auf Betterplace für Adriens Rettungsaktion gestartet.
Ich weiss nicht wieviel Zeit mir bleibt, selbst um Hilfen zu bitten, daher bitte ich um EURE Mithilfe, diese Links zum Projekt weiterzuleiten, auf Facebook und Foren bei Euch einzustellen und ein grosses Netzwerk an Verteilern mit mir zu gründen.
Ich habe dieses Video zweisprachig gemacht, damit auch die englischsprachigen User verstehen, worum es geht.
Auch ein IDO Projekt ist bereits fertig, der Link wird auf Herzkinderforum und Herzchenforum eingestellt werden.
Dieses aktuelle Projekt dient dazu, Adrien nun unmittelbar in einer Klinik zum Herzkatheter vorzustellen, damit der exakte Lungendruck ermittelt werden kann.
Diese Kosten sind mit ca. 800 Euro veranschlagt, hierunter fallen Transportkosten und Kinderbetreuung in der Abwesenheitszeit.
Da ich dieses Geld weder durch KK noch aus eigenen Mitteln aufbringen kann, habe ich mich entschlossen, nun intensiv nach Hilfe und Möglichkeiten zu suchen.
Einige unter den Usern haben indessen deutsche Kliniken kontaktiert, unter anderem Köln, ich warte auf eine Rückmeldungen.
Wer mit Rat und Ideen helfen kann, ist ebenfalls willkommen.
Falls jemand einen Rollstuhl oder einen Rehabuggy auch nur leihweise erübrigen könnte, bitte ich um Nachricht.
Ich bekomme derartige Hilfen hier leider nicht und Adrien kann keine 100 m mehr laufen.
So, nun hier die Links:

http://de.betterplace.org/projects/4495-herzkinderforum/invitation/new

http://www.youtube.com/watch?v=vLzs4mZP7xU
Bitte auch auf Twitter oder sonstige Medien posten.
Alles kann helfen dass Adrien nun endlich eine passende Behandlung bekommen kann.
Vielen herzlichen Dank Euch allen
Conny mit Familie


 

Herzchengeburtstag 2010
09.08.2010 18:35:34

Heute vor drei Jahren habe ich den in meinem bisherigen Leben tiefsten Blick in den Abgrund getan. Béla war um diese Uhrzeit noch im OP und wir liefen ziellos und im strömenden Regen durch Köln. Ich hatte mein neun Wochen altes Baby abgegeben und erlaubt, dass man ihn abkühlen würde, bis das Herz schon fast zu schlagen aufhört, dass man sein Brustbein durchsägen, seine weiche Säuglingshaut durchstechen würde, in den Hals, in die Leiste, in den Kopf, dass man sein Blut durch eine Maschine schicken und sein winziges Herzchen aufschneiden und zusammenflicken würde.

Wir hatten den Termin dafür bestimmt, den Professor und die Klinik akzeptiert. Es fühlte sich an, als hätte ich meinen Sohn dem Tod preisgegeben. Was, wenn wir ihn nie wieder lebendig in den Armn nehmen würden?
Und dabei mussten wir dankbar sein für diese Chance. Es war ein Privileg, all das zulassen zu dürfen. Das Ausliefern an die Grenze des Todes als einzig möglicher Weg ins Leben.... Unfassbar.

Heute morgen ist unser geliebter Blondschopf mit besonders viel Energie aufgetanden, so als ob er der ganzen Welt an diesem Tag besonders beweisen müsste, WIE LEBENDIG er ist.

Ich werde in alle Ewigkeit dankbar dafür sein, dass Béla damals bei uns bleiben durfte. Dass er unser Haus und unsere Herzen jeden Tag von neuem mit so viel Liebe füllt.

Und heute weiss ich in besonderer Weise noch ein bißchen besser zu schätzen, dass das was wir durch seinen besonderen Weg bereits lernen durften,mit Gold nicht aufzuwiegen ist.

3. Geburtstag
17.06.2010 00:30:04
Oh... Sooo lange war hier grosses Schweigen...
Aber jetzt! :-)

Gestern ist unser süßer Béla 3 Jahre alt geworden.
Unglaublich, dass es schon so lange her sein soll,
dass er zu uns gekommen ist mit so unendlich vielen
Überraschungen, Geschenken, Wahrheiten im Gepäck.
Vor allem aber: Er selbst so wie er ist... wunderbar, ein
grosses Glück. Ich habe mal in einem Diskussionsthread
des Spiegel-online Forums über das Thema Spätabtreibung
und Selektion geschrieben, dass mir jeder leid tut, der nicht
SO EIN Kind haben darf, wie meines.
Das meinen Sie jetzt ja wohl kaum ernst, war die Reaktion.
Ja doch, ich meine das ernst...Was heisst schon "so ein Kind"?
Das heisst nichts. Jeder, der ein Kind hat, dass er so lieben darf,
wie ich meine(s), ist zu beneiden. Und für alle Extras, die Béla uns
mitgebracht hat, möchte ich mich heute eigentlich auch eher bedanken,
als sie zu bedauern.

Jedenfalls: HAPPY BIRTHDAY! Mein süsser Sohn!

Wir sind in den Ferien und hatten einen wunderschönen Tag mit
Bescherung, jeder Menge Cousins und Freunden zum feiern,
tollen Geschenken und wunderschöner Torte, Meer und Sonne.

Und am Ende: reichlich Pizza und als Krönung: EISSSSSS!
(Es bleibt das einzige wirklich mit Leidenschaft ausgesprochene Wort)
Béla hat es  dann tatsächlich geschafft, sich auf dem Rückweg zum Auto
noch eine zweite Portion zu erbetteln. Ich stand 20 m entfernt und konnte mich
Kaum halten vor Lachen. Wozu braucht es da bitte noch Worte?

EISSSS Geht man da einfach rein und holt sich was?


Nee, die machen das anders.


Na dann: Das alles will ich haben!


So einfach geht das!


Und jetzt: Wo war Mami nochmal?
Macht mehr möglich
20.04.2010 12:45:00
Wopi für Integration!

Die Landtagswahl in NRW rückt immer näher und nun ist es unerlässlich
geworden auch hier ein wenig politisch zu werden...
Der wichtigste Grund: WOPI!

Bélas Grossvater ist im Wahlkampf und wir erleben zum ersten mal in der
Familie, wie dieses Geschehen von innen heraus aussieht. Eine ganz
 besonders spannende Perspektive!



Es gab schon vorher gute Gründe GRÜN zu wählen. Jetzt gibt es einen
mehr. Bélas, unser Wopi ist ein hochintelligenter und integerer Mensch.
Und er weiss wovon er spricht, nicht nur, aber auch wenn er über Integration
und Inklusion nachdenkt.
Lasst uns endlich eine Wende bewirken!

Liebe ist
16.04.2010 16:54:40
Liebe soll nicht,
Liebe kämpft nicht,
Liebe wird nicht,
Liebe ist.
Liebe sucht nicht,
Liebe fragt nicht,
Liebe ist, so wie du bist!

Du bestimmst wo's hin geht
Du gehst für dich voran
Wünsch dich in andere Welten
Dann kommst du sicher an

Kraft deiner Gedanken
Darfst du nicht untergraben
Was du säst das wirst du ernten
Und was du möchtest sollst du haben

Vertrauen ist gleich Liebe
Liebe mit Gesicht
Fürchte dich vor gar nichts
Denn die Angst belebt dich nicht

Sei stark in deinem Glauben
Sei stark in deinem Tun
Wenn du glaubst ist alles möglich
Hör auf dich auszuruhen

Nie sind die Dinge an sich schlecht
Nur wie du darüber denkst
Was du tust wie du lebst und was du suchst
Was sich nicht bewegt
Kann sich nicht verändern
Wenn wir mal unterwegs sind
Könnt ihr uns nicht verhindern

Lass die Leinen los
Unsere Segel schreien
Es soll vorwärts gehen
Und wer will muss dabei sein

Lass die Leinen los
Wenn der Wind sich dreht
Wird der Auftrag groß
Es ist niemals zu spät

Die Gegenwart ist ewig
Vergängliches vergeht
Wer sterben will muss leben
Wer leben will besteht

Wir sind überall zu Hause
Auch wenn die Himmel sich erheben
Auch wenn die Flammen uns verbrennen
Sie sollen wissen wir wollen leben
Wir wollen leben!

...auch das Schicksal und die Angst kommt über Nacht,
ich bin traurig, gerade hab ich noch gelacht
und an sowas schönes gedacht.
... auch die Sehnsucht und das Glück kommt über Nacht,
ich will lieben, auch wenn man dabei Fehler macht,
ich hab mir das nicht ausgedacht

Wunder geschehn, ich habs gesehn
es gibt so vieles was wir nicht verstehn
Wunder geschehn, ich war dabei,
wir dürfen nicht nur an das glauben was wir sehn

immer weiter,
immer weiter gradeaus,
nicht verzweifeln,
denn da holt dich niemand raus,
komm steh selber wieder auf.

Wunder geschehn, ich habs gesehn,

was auch passiert, ich bleibe hier
ich geh den ganzen, langen Weg mit dir,
was auch passiert, Wunder geschehn
Wunder geschehn
Wunder geschehn


NENA, die Unnachahmliche...
Danke für einen perfekten Abend!
Früchte, verpätet genossen :-)
13.04.2010 11:29:49
Fast hätte ich es gar nicht mehr geschafft.
Aber egal wie spät, zeigen möchte ich es Euch ja doch!

Die Westfalenpost hat uns am ersten April noch mit diesem schönen, bunten Beitrag überrascht! Ich hatte die Informationen etwas zu spät vor dem WDST
rausgeschickt und so freut es mich umso mehr, dass die Redaktion es noch 10
Tage später gebracht hat.





Und dann nochmal B+B und die Bandenwerbung. Ein schöner Artikel, bei dem
ich spüre, dass die Journalistin innerlich mitgegangen ist. Wunderbar!

Danke an den Soester Anzeiger:


Béla, Ben und die Bandenwerbung
26.03.2010 00:04:50




Heute Nachmittag ein nettes Treffen - endlich!
Das ist Ben aus einem Nachbardorf. Seine Eltern haben unsere Banden-
webung für mehr Toleranz auf einem anderen Sportplatz gesehen und uns
angerufen. Seit heute gibt es nun auch in Bens Dorf auf dem neu entstehenden
Kunstrasenplatz eine Aufforderung zum "Bitte zurücklächeln"...
Es ist die vierte Bandenwerbung hier in der Umgebung! Neben dem tollen
gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeitsprojekt habe ich ausserdem mal wieder
sehr nette Gleichgesinnte getroffen.. Danke, falls Ihr das lest!
Super stolz waren wir natürlich, dass das Team von der DS-Ambulanz in Velbert
unser Transparent am Welt-Down-Syndrom-Tag direkt vor die Klinik gehängt
hat. Das kann ich Euch auch nicht vorenthalten:-)).


WDST 2010 Plakataktion
19.03.2010 23:14:11


So
, es ist geschafft! 200 Poster sind aufgehängt, verteilt und an Freunde
verschickt...Mal schauen, wo sie überall hängen. Jedes Foto von einem
aufgehängten Béla - Plakat wird jedenfalls hier veröffentlicht! :-)

Hier noch die dazugehörige Pressemeldung:

Am 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag
Vosswinkler Aktion wirbt für Toleranz

Auch in diesem Jahr organisieren wieder in der ganzen Welt Menschen mit
Down-Syndrom (Trisomie 21) gemeinsam mit ihren Freunden, Betreuern und
Familien den “Welt-Down-Syndrom-Tag“. Wie in den letzten Jahren schon, ist
das Datum wieder der 21. März.

Auch aus Arnsberg gibt es wieder eine eigene Aktion, die Hemmungen ab-
und Verständnis aufbauen möchte. Der kleine Béla (2,5j) aus Vosswinkel
lacht auf ungefähr 200 im Stadtgebiet aufgehängten Plakaten den Betrachter
an und gibt preis, was er liebt: Autos, seinen Papa, Würstchen und Eis! Das
Wort „wanted“ sollte dabei am liebsten mit dem Wort „gewollt“ oder „geliebt“
übersetzt werden; im Hinblick auf die immer geringer werdende Zahl von
Menschen mit Down-Syndrom, die geboren werden dürfen, könnte man es
allerdings auch mit dem Wort „gesucht“ übersetzen.
Die wichtigste Aussage an diesem Tag sollte aber sein: Menschen mit
Down Syndrom lieben und werden geliebt und darin unterscheidet sie nichts
vom Rest der Menschheit.
Und mal ehrlich…. wer mag schon kein Eis?
1000 plus
12.03.2010 15:47:38


Ein gutes Projekt, weil es allen Hilfe anbietet, die welche
brauchen und das mit einer positiven, lösungsorientierten
Perspektive, die sich der Sorgen der Betroffenen wirklich
annimmt. Ich habe das Gefühl ,daß Schwangerschafts
konfliktberatungen sich selten zur Aufgabe machen, die
Probleme, die eine Schwangerschaft zum Konflikt werden
lassen, für und mit den Eltern zu lösen...
Naja, ich weiss es nicht, aber dieser Ansatz erscheint mir
einfach Glück bringend und deshalb möchte ich ihn an
Euch weitergeben.
Besondere Ferienlektüre - Teil 2
03.03.2010 20:44:11
Grosser Bruder, kleiner Bruder
von Sverre Henmo


Manchmal musste ich schlucken und dann wieder lachen.
Adrian, der coole grosse Bruder, der verliebte Student, verrückte Mitbewohner,
leidenschaftliche Motorradfahrer, der Szenegänger der nicht mehr weiss,
was er mit seinen Eltern reden soll, liebt
Tobias, seinen kleinen Bruder mit Down-Syndrom,
was aber auch nicht immer einfach ist.

Immer Samstags ist Tobias-Tag, da mischen sich die Welten, die sich nicht
mischen sollen, da gibt es immer wieder die unerwartete Wendung von Verspannung zu Humor, von Peinlichkeit zu Nähe...
dem angestrengten Lässigseinmüssen des Mittzwanzigerlebens
wird hier und da eine "Tobiasumarmung" verpasst und am Ende geht es
schlicht und einfach um Freundschaft, Liebe und das bittersüsse Erwachsenwerden.
Schön!
Besondere Ferienlektüre - Teil 1
01.03.2010 12:51:26
Noch auf unausgepackten Koffern sitzend (nach einem langen und wunderbaren
Besuch beim Grossvater in schneebedeckter Alpenidylle) möchte ich Euch zwei
Bücher empfehlen, die ich dort gelesen habe.
Sie waren beide eine wunderbare Unterhaltung mit Tiefgang und passen
natürlich thematisch hierher. Erstmal also dieses:


Schmetterling und Taucherglocke

"Ein Bestseller von dem die Kraft der Erschütterung ausgeht" schreibt die
Süddeutsche. Ein berührendes, existenzielles und humorvolles Buch. Die so
lebendige Stimme eines scheinbar jeder Sprache beraubten Mannes, die uns
vom Rande der uns erfassbaren menschlichen Existenz so poetische
Beobachtungen schenkt, hat mich sehr beeindruckt.
Jean-Dominique Bauby, der Autor, diktiert nach einem Hirnschlag dieses Buch
mit dem Blinzeln seines linken Augenlieds. Mit 43 Jahren wird er aus einem
vollen Leben gerissen. Der Vater von zwei Kindern und Chefredakteur der
Zeitschrift "Elle" findet sich als Opfer des Locked-in-Syndroms in einer völlig
anderen Welt wieder.

"Ich bekomme bemerkenswerte Briefe. Sie werden geöffnet, entfaltet und vor
meinen Augen ausgebreitet -  ein Ritual, das mit der Zeit entstanden ist und
dem Eintreffen der Post etwas von einer stummen, heiligen Zeremonie
verleiht. Ich lese jeden Brief gewissenhaft selbst. Manchen fehlt es nicht an
Ernst. Sie sprechen vom Sinn des Lebens, von der Überlegenheit der Seele,
vom Mysterium jeder einzelnen Existenz, und in einer seltsamen
Umkehrung behandeln die, mit denen ich die oberflächlichsten Beziehungen
hatte, diese Grundfragen am ausführlichsten. Ihre Unbekümmertheit verbarg
Tiefen. War ich blind und taub, oder bedarf es unbedingt der Beleuchtung
durch ein Unglück, um einen Menschen in seinem wahren Licht zu zeigen?

Andere Briefe schildern ganz schlicht die kleinen Dinge, die das Vergehen
der Zeit anzeigen. Rosen, die in der Dämmerung gepflückt werden, das
Faulenzen an einem verregneten Sonntag, ein Kind, das vor dem
EInschlafen weint. Direkt aus der Realität gegriffen bewegen mich diese
Lebenssplitter, dieses Aufwallen von Glück mehr als alles andere. Ob es
drei Zeilen oder acht Seiten sind, ob sie aus dem fernen Morgenland oder
aus Montmorency kommen - ich hebe all diese Briefe wie Schätze auf.
Eines Tages möchte ich sie gern aneinanderkleben, um ein kilometerlanges
Band daraus zu machen, das wie eine Fahne zum Ruhm der Freundschaft
flattert.

Das wird die Geier fernhalten."
Mirjam
13.02.2010 02:11:58

Wenn Engel einsam sind


Wenn Engel einsam sind
in ihren Kreisen,
dann gehen sie von Zeit
zu Zeit auf Reisen.


Sie suchen auf der ganzen Welt
nach ihresgleichen,
nach Engeln, die in Menschgestalt
durchs Leben streichen.


Sie nehmen diese mit
zu sich nach Haus –
für uns sieht dies Verschwinden
dann wie Sterben aus.


Renate Eggert-Schwarten




Ich bleibe bei Euch
Es will Abend werden...


Extra: ERKENNTNIS
05.02.2010 17:48:12
Das Thema der EXTRA Geschenke, die ich mit Bélas Down-Syndrom
bekommen habe, war ja eigentlich für die Adventszeit gedacht, aber
ich komme nicht oft genug zum Schreiben... So sind noch ziemlich viele
Extras übrig. Sowieso ist es vielleicht auch eher eine Art dauernde
Perpektive die gut tut und die ich deshalb beibehalten möchte.
So möchte ich immer mal wieder bewusst stehen bleiben, um die kleinen und
grossen Blumen am Wegesrand zu betrachten. Diese Blumen, die
nur hier blühen, am Rande eines Weges, den wir niemals freiwillig  
eingeschlagen hätten. Am Rande eines Weges, der oft selbst an einem Rand
entlang führt und der von Weitem betrachtet so wirkt, als führe er durch
schattigere Landschaften als die gerade Strasse auf der man eigentlich unterwegs
sein wollte.
Erst wenn man unterwegs ist auf diesem Weg, kann man die Vielfalt, die
Intensität der Farben, den Duft, das Wunder dieser Blumen wahrnehmen.

Ab und zu pflücke ich eine für Euch.
Hier und heute also das zarte Pflänzchen der ERKENNTNIS.





Aufgeschrieben auf Anfrage der Zeitschrift "Feuer und Licht" und dort veröffentlicht in der Ausgabe 1/2010
Die wunderbaren Fotos sind von Conny Wenk

Brille :-(
26.01.2010 22:31:20
Tja, heute waren wir nach langem endlich zum dringend überfälligen Termin in der Sehschule...
Und ich weiß schon, warum ich das ein bißchen vor mir her geschoben habe:

Béla soll also eine Brille bekommen.

Ich weiß es mag irgendwie unverhältnismässig sein oder wahrscheinlich
entlarvt es eben einfach nur diesen Schmerz den ich unter der Haut trage,
diese Empfindlichkeit:

Es tut mir weh. Ich will das nicht.
Béla sieht so süss aus, warum muss er das jetzt auch noch haben?
Warum noch eine Hürde zwischen ihm und der Welt?
Unversöhnlich bin ich, sauer , traurig.

Wahrscheinlich weil es um eine relative Kleinigkeit geht?
Mann..........................

So ein Leben
19.01.2010 23:12:17
SO EIN LEBEN

Heute
…ist ein schläfriger kleiner Kerl im Bett seiner Eltern aufgewacht und hat dem Tag gleich zu Beginn ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
…hat ein frecher großer Bruder mehrere blaue Flecken seiner kleinen Schwester zu verantworten, weil er sie immer gezielt umwarf, wenn sie sich mühsam hingesetzt hat, um sich dann diebisch daran zu erfreuen.
… hat ein verfressener Knirps bestimmt zehnmal hintereinander „Eis, Eis, Eis“ gesagt.
… ist ein anhängliches Söhnchen seinem Papapapapa hinterhergerannt und hat sich an seinem Bein festgeklammert, damit er nicht weggehen kann.
… hat ein blonder Süssknopf mindestens sieben Leute zum Lachen gebracht.
… hat eine Mutter am Bett ihres schlafenden Kindes einmal mehr vor Dankbarkeit und Liebe fast geheult.

Heute
… ist einem Kind Kaliumchlorid ins Herz gespritzt worden, weil sachverständige Menschen zu dem Schluss gekommen sind, so ein Leben sei niemandem zumutbar.

Das kann man nicht aushalten.

Wie soll eine Mutter das aushalten.
Ich weine um es und ich weine mit ihr.
Der Engel
24.12.2009 12:10:06
Von den Engeln
Die du riefst wird einer kommen
Der dich nimmt
In seine Federarme.

Er wird dich tragen
In das Licht
Um das du betest.
Es ist nicht mondhell
es ist nicht Sonnenglast
es ist der Glanz
aus dem Innen
der Dinge.

Herbert Rößler


Euch allen hier "draußen" wünsche ich frohe Weihnachten!
Habt eine gute Zeit mit denen, die Ihr liebt,
vergesst auch die nicht, die Eure Liebe brauchen.
Möge das kommende Jahr gut zu Euch sein
Und jedem von uns die Gelegenheit geben, seine Aufgabe
zu erkennen, ihr gerecht zu werden und an ihr zu wachsen.
Ich danke Allen, die hier bei uns gewesen sind und die von
kleinen Grüßen bis zu langen Briefen Zeichen der Freundschaft,
der Ermutigung, der Nähe hinterlassen haben!

Jedem von Euch wünsche ich seinen Engel und mit ihm gute
Schritte auf dem Weg in das Innen der Dinge.

Und nun feiern wir das Kind, das die Welt verändert hat.
Den Gott, der die Schwachen liebt und sich selber schwach gemacht hat!

(Das Gedicht habe ich Gabriela "geschenkt" für ihren Kalender, möchte es
aber auch hier haben...:-)
Béla im L.I.E.S
11.12.2009 14:38:34
Vor ein paar Tagen habe ich in der Post das ersehnte Päckchen vorgefunden!
Die Ausgabe 4-2009 der Publikation der Lebenshilfe München mit dem Thema:

Herzg´schichten.
Das Heft ist sehr gelungen und schön zu lesen! Mittendrin ist ein kleiner Beitrag
über Béla. Der Text stammt von der homepage und ist nicht neu, trotzdem freue
ich mich natürlich riesig!
Hier ist es:


Extra: GELASSENHEIT
09.12.2009 21:11:26
EXTRA: Gelassenheit

Natürlich gibt es nun viele Dinge und Themen, um die wir uns mehr sorgen,
als in der Zeit vor Béla.
Dennoch, grundsätzlich ist mein Wesen gelassener geworden.
Manche Eltern mit ähnlichem Hintergrund sagen, sie wüssten nun
Wichtiges besser von Unwichtigem zu unterscheiden.
Das trifft auf mich auch zu. Darüber hinaus habe ich aber auch in
wichtigen Dingen gelernt –so empfinde ich es – mehr zu vertrauen.
Ich bin überzeugt, dass das Leben mit Béla mich irgendwie geklärt hat.

Vielleicht geht es auch gar nicht anders, wenn man positiv in eine Zukunft
mit einem Kind leben will, dass in Vielem von der Idealvorstellung unserer
Gesellschaft abweicht, oder abzuweichen scheint.

Es ist nicht mehr so wichtig………..
…….schön zu sein
……..stark  zu sein
…….intelligent  zu sein
…….der Gewinner zu sein.

Und das entspannt ungemein.
Lass doch die anderen kämpfen und meinetwegen siegen.
Was gibt es denn – genau genommen – am Ende zu gewinnen?

Mehr Glück sicher nicht.

Und mit der Not, die wir alle leiden, dass wir nämlich einmal sterben müssen
und dass wir davor Angst haben und weglaufen,
mit der Not kämpfe ich auch nicht mehr so wie früher.
Ich kann es sowieso nicht ändern (fühle ich in guten Zeiten) und:
ich habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren mehr erlebt, das mir
eine hoffnungsvolle Perspektive auf ein Leben nach dem Tod ermöglicht,
als in meinem ganzen Leben zuvor.

Dazu passt übrigens ein Text ganz gut, den T. M.-I. uns geschenkt hat:

"Energieverluste
Ich stehe vor einer Glastür, drücke und drücke, aber sie geht nicht auf.
Da fällt mein Blick auf den Türgriff:

„Ziehen“ steht da auf einem kleinen Messingschild.
Ein leichter Ruck genügt und sie schwingt auf.

Ich glaube, vor solchen Türen stehen wir im Leben oft.
Mühen uns ab, drücken, wollen mit dem Kopf durch die Wand,
und dabei geht alle Kraft in die falsche Richtung.


Verbissen kämpfen wir um Anerkennung, streiten um Macht und Besitz,
steigern das Tempo unseres Lebens auf der Suche nach Lebensfreude
und Glück. Doch die Tür will nicht aufgehen.
Dabei wäre die Lösung so einfach loslassen, statt krampfhaft festzuhalten,
kommen lassen, statt atemlos vorwärts zu hetzen, locker lassen,
statt sich blind auf die eigenen Wünsche zu versteifen.


Ich finde, wir sollten unsere Kraft nicht länger damit vergeuden,
gegen Türen zu drücken, auf denen „Ziehen“ steht."


„Gedanken am Wegrand“ von Klaus Roos



Also... Einfach mal kommen lassen..
Geht besser mit Extrachromosom.



94 Elemente gesamt 1  2  3  4  5 
Besondere Infosschreiben, reden, handeln...Bilder sagen mehr...BlogBélas GästebuchLieblinks-LinksKontakt